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Gedenktage? - Gedenktage!

Ist Ihnen beim Blick in diverse Kalender auch schon aufgefallen, dass es jede Menge Gedenk- und Ehrentage für alle möglichen und unmöglichen Anlässe gibt? Den Weltkopfschmerztag, den Weltkatzentag, und erst kürzlich wurde der Weltfaulheitstag begangen. Nun kann man speziell solche Anlässe albern oder unsinnig finden; ich habe anfangs auch nur den Kopf geschüttelt und bin zur Tagesordnung übergegangen. Aber ganz so albern wie manches zunächst erscheint, ist es vielleicht doch nicht: Kommen Pausen und Entspannung nicht oft viel zu kurz, und haben wir uns deshalb nach einem arbeitsreichen Tag nicht auch mal ein wenig Faulheit verdient? Gehen wir verantwortungsbewusst mit unseren Katzen und anderen Haustieren um? Werden Kopfschmerzen von Medizinern und Nichtbetroffenen ernst genug genommen? - Die Spielräume bei diesen Anlässen jedenfalls sind groß: ignorieren, ernsthaft nachdenken oder sich einen Spaß draus machen.

Andere Gedenktage haben hochpolitische, oft tragische Hintergründe und häufig einen offiziellen Charakter, der dann mitunter zu Unrecht als „von oben verordnet“ betrachtet wird. Ja, die Atombombenabwürfe auf Hiroshima am 6. und auf Nagasaki am 9. August sind 72 Jahre her, aber sogar die Nachgeborenen leiden unter den entsetzlichen Folgen. Daran zu erinnern und die Regierungen dieser Welt dazu aufzufordern, Konflikte nicht mit Waffengewalt versuchen zu lösen, halte ich nach wie vor für höchst aktuell. Genau wie den Internationalen Tag gegen Nuklearversuche am 29. August und den Antikriegstag am 1. September.

226 gewaltsam ausgetragene Konflikte, davon 18 Kriege der höchsten Eskalationsstufe, gab es allein im Jahr 2016. Zu den bekanntesten Kriegs- und Konfliktschauplätzen gehören Syrien, Jemen, Afghanistan, Sudan, Somalia, Nigeria und auf europäischem Boden die Ostukraine. In vielen der betroffenen Länder ist das zivile und soziale Leben deformiert, zahlreiche Menschen wurden getötet oder in die Flucht getrieben. Die Folgen spüren wir alle. Deutschland als weltweit drittgrößter Waffenexporteur hat daran leider einen unrühmlichen Anteil, denn Waffenexporte machen es möglich, dass anderswo in der Welt Konflikte gewaltsam ausgetragen werden. DIE LINKE fordert deshalb u.a., Rüstungsexporte zu verbieten und Konflikte durch Dialog zu lösen.

Wenn Sie also demnächst mal wieder einen Gedenktag im Kalender entdecken oder in den Medien darüber berichtet wird - nehmen Sie sich ein wenig Zeit: Gedenktage sind zum Denken, Gedenken und Nachdenken da.